Vertraute Momente am Abend
Neue Einschlafrituale entdecken
Vertraute Abläufe können deinem Kind helfen, zur Ruhe zu kommen. Besonders beim Abstillen lohnt es sich, neue Rituale einzuführen, solange du noch stillst.
Immer die gleiche Reihenfolge
Ein vertrauter Ablauf gibt deinem Kind Orientierung.
- Bleib bei einer Reihenfolge. Wiederholungen schaffen Vertrautheit.
- Lass dein Kind mitentscheiden. Zum Beispiel bei der Buchauswahl.
- Bleib flexibel. Nicht jeder Abend muss gleich ablaufen.
Zum Beispiel:
Zähne putzen → Schlafanzug anziehen → Buch vorlesen → Kuscheln → Schlafen
Was hilft deinem Kind beim Runterkommen?
Jedes Kind kommt anders zur Ruhe.
- Ruhige Momente. Manche Kinder mögen Vorlesen oder Kuscheln.
- Bewegung. Andere möchten vorher noch tanzen oder sich austoben.
- Langsam runterfahren. Plane lebhafte Spiele eher am Anfang ein.
Ein Buch als Abendbegleiter
Vorlesen kann zu einem vertrauten Abendritual werden.
- Mach es gemütlich. Sucht euch einen ruhigen Platz.
- Lass dein Kind wählen. Es darf ein Buch aussuchen und selbst umblättern.
- Wiederholen ist schön. Es darf jeden Abend dasselbe Buch sein.
Ein vertrautes Schlaflied
Ein bekanntes Lied kann Teil eures Einschlafrituals werden.
- Wähle ein Lied. Sing es möglichst jeden Abend.
- Führe das Lied schon während der Stillzeit ein. So wird es deinem Kind vertraut, bevor du mit dem Abstillen beginnst.
- Behalte es bei. Auch wenn du später nicht mehr stillst.
Kuscheln und sanfte Berührungen
Körperliche Nähe kann deinem Kind helfen, sich zu entspannen.
- Probiere Verschiedenes aus. Rückenstreicheln, Händchenhalten oder eine kleine Massage.
- Achte auf dein Kind. Welche Berührungen mag es besonders?
- Respektiere seine Grenzen. Manchmal möchte es gerade nicht berührt werden.
Ein kleiner Einschlafbegleiter
Ein Kuscheltier oder eine Schlafpuppe kann für ältere Kinder zu einem vertrauten Begleiter werden.
- Schon tagsüber einbeziehen. Beim Spielen, Vorlesen oder Kuscheln.
- Beim Stillen dabeihaben. So wird der Begleiter mit vertrauten Momenten verbunden.
- Als Ritual beibehalten. Auch wenn du später nicht mehr stillst.
Schritt für Schritt im Alltag
Weniger stillen: Was kannst du ausprobieren?
Viele Kleinkinder stillen nicht nach festen Uhrzeiten. Sie möchten an die Brust, wenn sie müde sind, Trost brauchen oder einfach Nähe suchen.
Deshalb musst du nicht unbedingt bestimmte Stillmahlzeiten streichen. Du kannst auch einzelne Situationen verändern.
Wenn dein Kind ständig nach der Brust fragt
- Beobachte die Situationen. Wann möchte dein Kind besonders häufig stillen?
- Biete Alternativen an. Spielen, rausgehen, vorlesen oder kuscheln.
- Fang mit einfachen Momenten an. Zum Beispiel, wenn sich dein Kind leicht ablenken lässt.
- Behalte Lieblingsmomente bei. Du musst nicht alles gleichzeitig verändern.
Wenn dein Kind bei jedem Kummer stillen möchte
Stillen ist für viele Kinder eine vertraute Art, Trost zu finden.
- Biete Nähe an. Nimm dein Kind in den Arm oder setz dich zu ihm.
- Benenne seine Gefühle. „Du hast dich erschrocken. Das war unangenehm.“
- Entdeckt neue Trostwege. Kuscheln, Händchenhalten oder gemeinsam ausruhen.
- Wiederhole diese Rituale. So werden sie nach und nach vertraut.
Wenn dein Kind nur an der Brust einschläft
Du kannst versuchen, das Stillen langsam vom Einschlafen zu lösen.
- Führe neue Rituale ein. Zum Beispiel ein Schlaflied während des Stillens.
- Beende das Stillen etwas früher. Begleite dein Kind anschließend weiter in den Schlaf.
- Verändere die Reihenfolge. Erst stillen, dann vorlesen und kuscheln.
- Beziehe andere mit ein. Auch eine vertraute Bezugsperson kann Teile der Abendroutine übernehmen.
Wenn ihr euch auf das letzte Stillen vorbereitet
- Sprich über die Veränderung. Einfach und altersgerecht.
- Lest gemeinsam Bücher. Geschichten können das Thema Abstillen greifbarer machen.
- Spielt es nach. Zum Beispiel mit einer Puppe.
- Schafft neue Rituale. Etwas Schönes, das auch nach der Stillzeit bleibt.
- Bewahrt eure Nähe. Kuscheln und gemeinsame Zeit bleiben wichtig.
Wenn dein Kind nachts häufig stillen möchte
Wenn dein Kind nachts keine Milchmahlzeiten mehr braucht, kannst du das nächtliche Stillen schrittweise verändern.
- Setze dir ein Ziel. Möchtest du nachts weniger oder gar nicht mehr stillen?
- Fang klein an. Verändere zunächst einen nächtlichen Stillmoment.
- Biete andere Begleitung an. Kuscheln, Streicheln oder ein vertrautes Lied.
- Verkürze die Stilldauer. Wenn es zu euch passt, nach und nach.
- Teilt euch die Nächte. Vielleicht kann dein Partner oder eine andere vertraute Person manche Wachphasen übernehmen.
Wenn du klare Stillgrenzen setzen möchtest
Auch deine Bedürfnisse zählen. Du darfst entscheiden, wann und wie lange du stillen möchtest.
- Sprich einfach und klar. Verwende kurze, verständliche Sätze.
- Bereite dein Kind vor. Erkläre möglichst vorher, was sich verändert.
- Bleib freundlich und verlässlich. Dein Kind darf trotzdem enttäuscht sein.
- Biete weiterhin Nähe an. Auch ohne Brust kannst du trösten.
Zum Beispiel:
„Wir stillen später wieder. Jetzt können wir kuscheln.“
„Wir trinken noch ein bisschen, dann ist Schluss.“
Nähe, auch wenn es schwer ist
Wenn dein Kind weint oder wütend wird
Dein Kind reagiert mit Tränen, Wut oder lautem Protest? Das ist verständlich. Schließlich verändert sich etwas, das ihm bisher viel Trost und Geborgenheit gegeben hat.
Wenn Tränen dazugehören
- Liebevoll abstillen bedeutet nicht, dass dein Kind dabei niemals weint.
- Es macht einen Unterschied, ob dein Kind mit seinen Gefühlen allein gelassen wird oder ob du es liebevoll begleitest.
- Du kannst seine Gefühle ernst nehmen, bei ihm bleiben und trotzdem bei deiner Entscheidung bleiben.
Was du sagen kannst
- „Du möchtest jetzt gerne stillen. Ich verstehe das.“
- „Du bist wütend, weil du keine Milch bekommst. Ich bin bei dir.“
- „Ich möchte gerade nicht stillen. Aber wir können kuscheln.“
Was du in solchen Momenten tun kannst
- Bleib in seiner Nähe. Biete deine Arme oder deine Hand an.
- Lass Gefühle zu. Dein Kind darf traurig oder wütend sein.
- Sprich ruhig und einfach. Wenige vertraute Worte reichen oft.
- Dränge keinen Trost auf. Manche Kinder brauchen erst etwas Abstand.
- Achte auf euch beide. Wenn es dauerhaft zu viel wird, passe das Tempo an.
Du darfst eine Grenze setzen und trotzdem liebevoll bleiben
Dein Kind muss mit deiner Entscheidung nicht einverstanden sein. Es darf enttäuscht oder wütend sein.
- Du musst diese Gefühle nicht verhindern. Wichtig ist, dass dein Kind mit seinem Kummer nicht allein bleibt und weiterhin auf deine Unterstützung zählen kann.
- Auch deine Bedürfnisse sind wichtig. Du darfst weniger stillen oder ganz abstillen wollen.
- Du kannst Nein zum Stillen sagen und gleichzeitig Ja zu Nähe, Trost und Geborgenheit.
Flexibel bleiben & gut für euch sorgen
Und wenn es nicht wie geplant klappt?
Abstillen läuft nicht immer nach Plan. Vielleicht klappt eine Veränderung ein paar Tage gut und plötzlich möchte dein Kind wieder häufiger stillen.
Bei Krankheit, Zahnen oder Veränderungen im Alltag braucht dein Kind vielleicht vorübergehend mehr Nähe.
Es darf sich verändern
Es gibt keinen perfekten Weg zum Abstillen. Wichtig ist, dass deine Bedürfnisse und die deines Kindes Platz haben.
- Werde langsamer. Du musst nichts überstürzen.
- Mach eine Pause. Ihr könnt später weitermachen.
- Probiere etwas anderes. Nicht jede Strategie passt zu jedem Kind.
- Hol dir Unterstützung. Eine Stillberaterin oder Hebamme kann dich begleiten.
Auch du brauchst Zeit
Abstillen kann nicht nur körperlich, sondern auch emotional anstrengend sein. Vielleicht bist du erschöpft, dein Kind möchte ständig an die Brust oder weint viel und du merkst, dass du langsam an deine Grenzen kommst.
Du darfst dir eine Pause nehmen.
- Nimm dir einen Moment zum Durchatmen. Wenn dir alles zu viel wird, darfst du dein Kind kurz an einem sicheren Ort lassen oder einer vertrauten Person übergeben. Geh einen Moment aus dem Zimmer, atme durch und komm wieder zur Ruhe.
- Du musst nicht sofort weitermachen. Wenn das Abstillen gerade zu viel ist, kannst du eine Pause einlegen und es später erneut versuchen.
- Hol dir Unterstützung. Du musst diese Veränderung nicht allein bewältigen.
Du musst das Abstillen nicht heute schaffen. Du darfst auf dein Kind achten und gleichzeitig auf dich selbst.



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